29.01.2018 10:40

Der Einfluss von Training und Bewegung auf die Kognition

Ich war 16 Jahre alt, genauso wie er. Der einzige Unterschied war, dass er sich auf dem Feld und ich mich dreizehn Meter über ihm in den Zuschauerrängen befand. Es war sein Debut in der ersten Mannschaft des FC Groningen. Ich, mein Vater und über fünfzehntausend andere Zuschauer im Stadium wurden Zeugen seiner ersten Minuten in der Eredivisie (die höchste Liga in den Niederlanden). Er spielte mit seinen Teamkollegen Fußball gegen Feyenoord und sein direkter Gegner, Kees van Wonderen, war völlig verloren.

Er war Arjen Robben.

Seine Karriere war beeindruckend. Er ging von PSV zu Chelsea und Real Madrid, dann zu Bayern München. Währenddessen war er auch ein wichtiger Bestandteil der niederländischen Nationalmannschaft. Er verwandelte den entscheidenden Elfmeter im Elfmeterschießen gegen Schweden während der Europameisterschaft in Portugal 2004. Im letzten Frühling zog er sich aus der Nationalmannschaft zurück, nachdem sie die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland verpasst hatte.

Seltsame Dinge

In einem Artikel der niederländischen Zeitung „De Vokskrant“ gab es einen Artikel über die Jugendabteilung des Fußballvereins AZ von Alkmaar. In der Mannschaft, die in der niederländischen Eredivisie gut dasteht, stammen einige der Fußballspieler aus der eigenen Jugendabteilung. Vielleicht werden sie so gut wie Arjen Robben werden, aber wahrscheinlich nicht. Fußballspieler dieses Kalibers werden nur einmal alle paar Generationen geboren.

Der Journalist hatte bemerkt, dass die fünf Spieler des AZ aus deren eigener Jugendabteilung alle ein höheres Bildungsniveau an einer sekundären Schule abgeschlossen hatten. Mittelfeldspieler Guus Til antwortete: „Dies wirkt wie ein Zufall. Intelligenz auf dem Fußballfeld ist anders als die im Klassenzimmer. Ich habe schon gesehen, wie sehr kluge Männer, seltsame Dinge auf dem Feld gemacht haben.“

Gibt es so etwas wie Fußballintelligenz und hat es eine Verbindung mit gewöhnlicher Intelligenz? Arjen Robben hat eine HAVO Bildung abgeschlossen, während zum Beispiel John Cruijff zweimal durch die ULO, die vorangeschrittene primäre Bildung, gefallen ist.

Messi

Ich verfolge weder nationalen noch internationalen Fußball intensiv, aber ich schaue mir dennoch gerne individuelle Weltklassemannschaften und -ereignisse an. Wie Lionel Messi, den Spielmacher und Stürmer des FC Barcelona (Spanien).

Die Art, wie er Tore schießen oder Teamkollegen in eine gute Torschussposition bringen kann, ist so ungesehen. Ich frage mich manchmal, ob es Intelligenz ist oder Intuition, die durch jahrelanges Spielen und Trainieren entwickelt wurde.

Kluger Zug

Fußballspieler sind eine Spiegelung der Gesellschaft. Das Bildungsniveau variiert, obwohl es relativ wenige Fußballspieler gibt, die ihre Karriere mit einem Studium an einer Fachhochschule oder Universität kombinieren. Es gibt einfach nicht genug Zeit.

Aber zum Glück für Sie: funktioniert es andersherum. Indem man sich bewegt und trainiert, kann man die kognitiven Leistungen verbessern. Wie in meinem anderen Artikel über Schlafen gilt, dass man seine Grundlagen geregelt haben muss, bevor man Nooptropika verwenden kann, um sein Niveau weiter anzuheben.

Beginnen Sie mit den grundlegenden Bausteinen wie gutem Schlaf, Essen und Bewegung.

Laufen

Ein einfacher Weg, um sich gut zu bewegen, ist Laufen. Ein Beispiel, das mir immer im Bewusstsein geblieben ist, ist der griechische Philosoph Socrates. Er nahm seine Studenten mit auf einen Spaziergang außerhalb der Stadtmauern Athens, um sie zu unterrichten.

Später wurde diese Theorie auch von anderen, wie beispielsweise den Forschern der Universität von Pittsburgh (USA), unterstützt. In ihrer Veröffentlichung schreiben sie, dass regelmäßige Bewegung, wie Laufen, zu einem Wachstum des Hippocampus führt und zu einer Verbesserung des Gedächtnisses. Der Hippocampus ist ein Teil des Gehirns mit vielen Funktionen, einschließlich dem Aufbewahren und Abrufen von Informationen.

Intensives Training

Neben dem Laufen ist es auch schlau, sich ein paar Mal die Woche intensiver zu bewegen. Dies geschieht beispielsweise bei den Sportarten Rennen, Fahrradfahren oder jeder anderen Form des Trainings, bei dem die Herzfrequenz signifikant erhöht wird.

2010 zeigte eine Studie von Forschern der Universität von Kopenhagen (Dänemark), dass intensives Training bei der Produktion von BDNF hilft. BDNF steht für ‘brain derived nootrophic factor‘, was auf englisch ‘Vom Gehirn stammender neurotropher Faktor‘ bedeutet. Dieser ist ein Protein, das die Produktion neuer Gehirnzellen anregt. Eine erhöhte Produktion von BNDF steht also mit einer Verzögerung des kognitiven Rückgangs in Verbindung.

Trainingszeitpunkt

Nicht nur in den USA und Dänemark werden Forschungen über den Einfluss von Bewegung auf das Gehirn durchgeführt. Eine Gruppe von Forschern der Radboud Universität in Nijmegen (Niederlande) hat 2016 eine Studie über den richtigen Zeitpunkt für ein Training veröffentlicht. Die Forscher ließen zwei Testgruppen und eine Kontrollgruppe Sport und einen Test machen sowie befragten sie zwei Tage später noch einmal. Das Ganze kombinierten sie mit Hirnszintigraphien. Eine Gruppe fing sofort an zu trainieren, nachdem sie gelernt hatten. Eine andere Gruppe nach vier Stunden und die Kontrollgruppe trainierte gar nicht.

Zwischen den Athleten und Nicht-Athleten entdeckten die Forscher einen signifikanten Unterschied in der Informationsmenge, an die sich die Testpersonen erinnern konnten. Dies zeigte sich auch in den Hirnszintigraphien, besonders im Hippocampus (da ist er wieder). Die Testpersonen, die am Training teilgenommen hatten, hatten bessere Testergebnisse erzielt.

Was ich an dieser Forschung interessant finde, ist, dass sie zu dem Schluss kam, dass der beste Effekt bei der Testgruppe eintrat, die vier Stunden nach dem Lernen zu trainieren begann. Also kann man aus dieser Studie Folgendes mitnehmen: wenn Sie um 13Uhr mit Lernen aufhören, werden sie den größten Effekt erzielen, wenn Sie um 17Uhr ihre Sportschuhe anziehen und für eine Weile rennen gehen.

Wald

Laufen und intensives Training sind gut für Ihr Gehirn, aber Sie können auch zusätzliche Punkte gewinnen, indem sie zur richtigen Zeit, die zuvor erwähnt wurde, anfangen zu trainieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es noch zwei weitere Arten gibt, mit denen man noch mehr aus seinem Training holen kann.

Das Erste ist der Ort, wo Sie den Sport betreiben. Ein Laufband im Fitnessstudio mit einem Fernsehbildschirm vor mir ist für mich keine attraktive Vorstellung. Ich ziehe es vor, draußen zu rennen mit frischer Luft, manchmal ein wenig Regen oder Schnee und vielen Dingen, die man entdecken kann. Manchmal laufe ich für eine halbe Stunde in eine Richtung, um dann in einem unbekannten Teil der Stadt zu enden. Dann muss ich meinen Orientierungssinn einsetzen, um sicherzustellen, dass ich wieder nach Hause gelange.

Freies Rennen

Der zweite zusätzliche Tipp ist, regelmäßig über oder auf Dinge zu springen. Dies muss nicht so extrem durchgeführt werden wie im Parcours. Im Parcours rennt und springt man auf und von Dächern und Wänden.

Wie auch immer ich versuche von Zeit zu Zeit, meine Koordination zu stimulieren, indem ich über Zäune oder Gräben springe oder Hunden ausweiche. Auf diese Weise stimuliere ich mein Gehirn nicht nur durch die Bewegung an sich, sondern auch dadurch, dass ich mir selbst einen zusätzlichen Anreiz gebe.

Mit diesen Tipps werden Sie schlauer. Natürlich müssen sie mit den Grundlagen, wie Schlaf und Essen, anfangen. Dann versuchen Sie Bewegung und Nootropika hinzuzufügen, um Ihrer Kognition einen zusätzlichen Schub zu geben.

Vielleicht werden Sie so (Fußball) schlau werden wie Arjen Robben.

Schlagworte:

Posted in Lifestyle By

Peter Joosten